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gerungen, oft um außerordentliche Preise. Als daher der Buchhändler Richard Phillips, auf Pauls Kirchhofe, anfing, alljährlich ein „Gemälde von London“ herauszugeben; so kaufte man es so begierig, daß er auf den Gedanken kam, ein größeres Werk über London zu veranstalten, welches nun unter folgendem Titel erschienen ist: Modern London, being the history and present state of the British metropolis. 1804. 4. Drey Guineen mit vielen Kupfern. Wer die Geschichte °von London nicht aus besondern Absichten ausführlich studiren will, findet hier einen hinreichenden Auszug aus den ältern Werken und eine gute Beschreibung des jetzigen Londons. Die Kupfer werden dem Auslande besonders angenehm seyn. Hinten ist eine fast vollständige Sammlung der cries of London oder der verschiedenen Leute angehängt, die etwas in den Straßen von London verkaufen, oder ihr Gewerbe auf offener Straße treiben. Um diese letzteren illuminirten Kupfer noch interessanter zu machen, stellt jedes einen besondern Theil einer Straße dar. So wird das Buch auch denen angenehm, welche nicht gern lesen, sondern nur bildern; daß es aber auch der Aufmerksamkeit des Wißbegierigen nicht ganz unwerth ist, werden hoffentlich folgende Auszüge beweisen. Um das Jahr 1465 wurde in London ein Befehl wider die lächerliche Mode der Schuhe mit unmäßig langen Spitzen ausgeschrieben, und bey Strafe der Ercommunication und einer Geldbuße von zwanzig Schillingen geboten, daß man keine über zwey Zoll lange Schuhspitzen tragen sollte. Man sieht aus den illuminirten Handschriften der damaligen Zeit, daß viele andre lächerliche Moden, außer denen der Schuhe, herrschten: indessen war es hohe Zeit, daß die Aufwandsgesetze die letzteren in Anspruch nahmen, denn nach dem Zeugnisse

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