Page images
PDF
EPUB

à vous et à M. Hume, qu'il appartient d'écrire l'histoire. Vous êtes eloquent, savant et impartial. Je me joins à l'Europe pour vous estimer.

Suard, den der Baron von Solbach empfohl, trug ohne Zweifel durch seine schöne französische Üebers reßung viel zu dem weit ausgebreiteten Ruhme bey, welchen Robertson durch dieses Werf einårndtete.

Diejenigen unserer Leser, für welche diese ganze Notiz etwan Interesse haben kann, werden es nicht ungern feben, daß der Faden der Erzählung bier auf einen Augenblik durch folgenden Brief zerrissen wird. Von Herrn xume an den I). Robertson.

Paris d. 1 December 1763. Lieber Robertjon! Unter andern Umstånden, welche Paris angenehm für mich machen, muß ich auch den erwähnen, daß ich zur Uebersegung meines Werft einie. Dame gefunden habe, welche Verdienst hat und die Wittwe eines Advocaten ist. Vorher war sie sehr arm und nur wes nigen befannt; aber dieses Werf hat ihr einen Namen gemacht und ihr eine Pension vom Hofe verschaft, wo, mit fie ein bequemes Leben führen kann. Sie sagt mir, daß ihr der Fleiß zur Gewohnheit geworden sey, und daß fie darin beharren würde, wenn ich ein andres englisches Buch wüste, an das fie fich machen könnte, ohne Gefahr zu laufen, daß ihr ein, andrer Ueberses jer zuvorfáme. Ihre Geschichte von Schottland ist schon unter der Proße: daher empfahl ich der Dame Ihre Geschichte Karlo V. und versprach, mich bey ihnen zu erkundigen, wann fie gedrukt werden würde, wobey ich Sie bitten wollte, daß Sie die Bogen, io wie sie die Prefe verlassen, aus London berüber schifen möchten; ich wollte sie ihr geben, und sie wurde auf

diese Art allen andern Uebersegern zuvorkommen. An den beyden leşthin von mir herausgefommenen Båns den wird iczt bier gedrukt. Sie hat einen sehr leichten natürlichen Styl; manchmal verfehlt sie den Sinn, aber jezt sehe ich ihr Manuscript durch, und würde Ihnen mit Vergnügen denselben Dienst crweisen, wenn mirs meine Zeit erlaubt, wie ich hoffe. Wenn Sie fragen wie ich lebe, so kann ich blos fagen, daß ich nichts als Ambrosia ere, nichts als Nektar trinfe, nichts als Weyrauch einathme, und auf nichts als Blumen gehe. Jede Mannsperson und nochmehr jede Dame, die ich antreffe, würde glauben, fie verabs fáumte die allerunerlåflichste Pricht, wenn sie mir nicht eine lange und studierte Rede zu meinem Sobe hielte. Was mir vergangene Woche begegnete, als ich die Ehre hatte, den Kindern des D-A's in Ver: failles vorgestellt zu werden, ist einer der sonderbarsten Auftritte, die mir je vorgefallen find. Der Duc de B., der ålteste, ein Knabe von zehen Jahren, trat bervor, und sagte mir, wie viele Freunde und Beiduns derer ich in Frankreich hatte, und daß er selbst dars unter gehörte, weil er viele Stellen in meinen Wer: fen mit Vergnügen gelesen. Als er fertig war, fieng rein Bruder, der Graf von P., welcher zwey Jahre junger ist, seine Rede an, und sagte mir, daß man mich lange und init ungedult in Frankreich erwar: fet båtte, und daß er selbst hoffte, in furzem grofie Genugthuung von der Lesung meiner schönen Geschichte zu erhalten. Was aber noch artiger ist : als ich von dort zum Grafen von A. geführt wurde, der nur vier Fahre alt ift, hörte ich ihn etwas bermurmein, und ob er es gleich unterwegs vergessen hatte, Porchlog ich doch aus etlichen abgerisinen Worten, daß es eben

faus eine Lobrede war, die man ihm vorgesagt hatte. Nichts erregte ber meinen Freunden, den Pariser Phis losophen, mehr Erstaunen, als dieser Vorfall... Man vermuthet, daß inir diese Ehre ausdrúklich auf Befehl des D. erzeugt wurde, der überhaupt keine Gelegenheit vorberlåßt, mich zu loben.

Soviel Aufmerksamkeiten und Lobeserhcbungen waren mir anfangs drůfend, aber jezt nehme ich mich beffer dabey. Ich fange nach und nach an, meine ops rige Geläufigkeit in der Sprache wieder zu bekommen und mache Freundschaften, die viel angenehmer find, als einfältige fremdbleibende Bewunderung. Die Leute ziehen mich nun auf, und erzåhlen drollige Geschichten von mir, woju fie den Stof entweder felbst gesame melt, oder von andern gehört haben; Ste sehen daber, daß ich jezt anfange, hier wie zu Hause zu sena. Wahrs scheinlich wird diese Stade lange meine Heimath bleis ben. Ich fühle wenig Neigung für die parthensucha tigen Barbaren in London, und habe immer in dem Ors te zu bleiben gewünscht, wo ich mich jezt befinde. Um wie viel mehr, da es der beste Orte in der Welt ist? Ich könnte hier von der Hålfte meiner Einkünfte in großem Ueberfuße lebert, denn es giebt keinen Ort, wo ein Mann, der fich entweder durch seine Geburt oder seine persönlichen Eigenschaften auszeichnet, ro wenig Geld braucht. Sie reben, daß ich in eine Lobs rede des Volfe ausschweifen könnte, aber Sie würs den argwöhnen, daß wir es miteinander verabredet båtten. Indessen dringt es sich meiner Wahrnehmung auf, wie ganz anders die Gelehrfamfeit und die Ges lehrten sich hier ftehen, als unter den partheysüchti, gen Barbaren, von denen id, eben fprach.

Hier ist mir eine erstaunliche historische Seltens

beit in die Hände gefallen, die Memoirs König Fas cobs II. in vierzehn Bånden, alle mit seiner eigenen Hand geschrieben und im Schottischen Collegio befindlich. Ich habe darin geblåttert, und grofe Entdekungen gemacht u. 1. w. Ich bin, lieber Doctor, aufrichtig

Ihr

David Hume. Nach einem Zwischenraum von acht Jahren fam Robertson's Geschichte von America heraus. Anfangs lich war seine Absicht blos reine Nachricht von den großen Begebenheiten zu vollenden, welche mit der Regierung Carls V. in Merbindung fanden; allein er fah im Fortschritte des Werks, daß eine Geschichte von America, welche sich allein mit den Verhandlun: gen und Angelegenheiten der Spanier beschäftigte, schwerlich allgemein interessant seyn würde; deswegen entschloß er sich, seinen Plan über die Thaten aller cus ropäischen Nationen in der neuen Welt auszudehnen. Daß auch dieses Wert den Ruhm des Verfafiers vers mehrte, ist nicht nöthig zu erinnern. Man mug ihn darinn nach den Materialien, die er damals hatte, beurtheilen. Gegen die Spanier ist er allerdings viel zu gelinde verfahren; seine Herzensgúte fonnte an eine außerordentliche Bofheit der menschlichen Natur nicht glauben. Die Spanier wußten sehr wohl, wic viel fie der Mäßigung des D. Robertson zu danken batten, und erwählten ihn im I. 1777. zum Mitglied der königlichen Academie der Geschichte in Madrid. Burcke und Gibbon, deren Briefe Herr Prof. Stemos art anführt, waren febr mit dieser Geschichte zufries den. Der americanische Krieg, den Robertson nicht bitligte, hinderte die ganze Ausführung des Plans zur Geschichte von America.

Unter andern Ausstattungen dieser anziehendeu

Lebensbeschreibung, find auch im Anhange etliche bis, ber ungedrufte Briefe von Gibbon mitgetheilt, wels che überaus lesenswürdig find. Für Robertson und Adam Smith scheint dieser berühmte Mann eine sehr auf richtige Hochachtung gehegt zu haben ; nichts, ragt er, ist ihm schmeichelhafter als mit Robertson und Hume zugleich genannt zu werden, ob ich gleich nur, fügt „er hinju, von diesem Triumvirate der Lepidus bin." Gibbon ist auch stolz auf Blair's Lob, po wie er free über den Tadel des Abbé Mably freut: dies find gera. „de die beyden Månner,” fagt er, „deren Lob und Ta. „del ich zu erhalten wünschte; der Abbé scheint alle „gleichzeitige Schriftsteller zu bassen, und freut sich, wals ob er sie verachtete." Gibbon that seinem Freuns de Robertson den Vorschlag, die Geschichte der Protestanten in Frankreich zu schreiben, deren Begebene beiten an sich selbst wichtig, und mit den grossen cus ropäischen Revolutionen innig verwebt wåren; auch wurde er da etliche der unerschrofensten und liebens. würdigsten Männer, den Admiral Coligny ; Heins rich IV. 26. zu schildern haben; die Materialien dazu wåren zahlreich, authentisch und zukommlich, und die Gegenstånde schienen in der gehörigen Entfernung zu Aeben, welche Antteil erregt, ohne Leidenschaft zu cntflammen.

Robertson hatte sich über dem americanischen Kries ge einen andern Stoff auserschen, nehmlich die Ge. fchichte von England von der Revolution bis auf die Thronbesteigung des Hauses Hannover. Der Biograph fagt: „Die Intriguen der verschiedenen Bartheyen uns „ter der Königin Anna würden seiner scharfsichtigen „Beurtheilungskraft ein weites Feld crófnet baben; „Marlboroughs Feldjåge verdienten einen solchen Ges

.

« PreviousContinue »