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ben hat, wird fich über die vielen ,,Schniger und Vergolder” carvers and gilders, wundern, deren mauche Straße gegen zwcy bis drey hat, und die nichts thun als Rahmen, Carnieße, Candelabern, Spiegel, Tapetenleifen u. s. w. verfertigen und vergolden. Ibs re Gewölber gehören zu den prachtigsten. Es wäre endlos, die Gestalten der neuen Leuchter, die sie ers finden, beschreiben zu wollen; cben po ichmer würde et fallen, die neuen Spiegelverzierungen anzugeben; ihre Verschiedenheit ist sehr groß. Es reiche bin zu bemerfen, daß sie die Glasmahlerey mit Farben und Gold zu einer ausnehmenden Vollkommenheit gebracht baben. Diese Arbeit bålt fich lange, da befanntlich auf die linte Seite des Glases gemahlt wird, welche man besonders überdeft, und vor dem Reiben wer. wahrt. Der Grund ist weiß oder farbig, und gleicht dei sitiönsten Email. Man weiß, daß diese Verzics rungsart der Spiegel sowohl in Paris als Venedig febr schon ausgeführt wird; indessen geben so viele von diesen Spiegeln, Candelabern e. nach Peterss burg, Hamburg, Bremen und vielleicht weiter, dag man glauben sollte, die Londner Arbeiten fånden mehr Serfau als jene. Man kann einen mittelmäßigen Spiegel von 3 Fuß lang und 1 bis 2 breit, auf die angegebene Weise verziert, um drey Guineen auf der Stelle baben, obschon die ungcheuren Spesen des Freninadens und Verschifens noch eine dritte hinzu: fügen werden.

Ohne unaufhörlich etwas neues auszusinnen, um dadurch sich beinerkbar zu machen und Geld zu ver, dienen, fir nten die englischen Manufacturisten uns möglich den Geschmat tes europäischen Publicums io lange regieren. In jeder englischen Manufactur find

jwey und mehr Leute, die fich bloß mit Erfindung der Formen und Zeichnung der Muster beschäftigen; überdies balten die grossen Manufacturen des Mittel, landes einen besondern Correspondenten in London, welcher den Gang der Mode beobachtet, und sowohl die Schritte der Nebenbuhler als das Nene des Auss landes, berichtet. Bekanntermafien ist in England alles, was im gemeinen Leben gebraucht wird, einer fortdauernden Aenderung unterworfen; Scráthe und Geschirre, die man långst für so vollkommen gehalten batte, daf Niemand an ihre Umformung dachte, ems pfangen hier sehr oft eine neue Gestalt, welche we: nigstens die meisten Mahle vorzüglicher ist, als die gewöhnliche. Eine Schüssel ist auf dem festen Lande immer von derselben Form; geht man aber in einen hiesigen Steingutladen, so findet man ihrer eine große Maunigfaltigkeit für besondere Gerichte; besonders find Schüffeln, worauf man Fische anrichtet, völlig von den andern verschieden. So eben hat man eine neue Souffel erfunden, welche für die englische Art zu braten und zu fochen ihre Bequemlichkeit bat. Lange Brühen behagen, wie man långst weiß, den Leuten hier zu Lande nicht; mebrentheils hat man keine ans dere, als die, welche aus dem angeschnittenen Fleische Aließt. Begreiflich ist sie deswegen nur spårlich und laßt sich nicht håufiger als in viertel oder halben Loffein voll vertheilen; auch fann fie fich auf dem flachen Boden nicht recht rammeln, und es ist daher eine der Prichten des Bedienten, welcher hinter dem untensigenden Wirthe steht „to dip the dish” die Schüssel zu fippen. Ein erfinderischer Kopf unter den Töpfern hat diese Unbequemlichkeit Dadurch wegjuráumen gewußt, das er Schúfjeln mit Furchen oder Engl. Discetlen V. 2.

Krinnen øerfertiget, an deren einem Ende eine fleine Vertiefung wie in den Spieltischen ist; die Krinnen haben zusammen die Gestalt eines Baumes, deffen Aefte jeden Tropfen Brühe sogleich in den Hauptstamm abliefern, welcher alles Empfangene unten hinab rents det. Diese Schüsseln beissen gravy-dishes. Man findet sie in allen grossen Steingutgewölbern, unter andern im Eingange von Rathbone place.

Es erregt viel Unlust sich nicht frauen zu können, wenn es irgendwo juft. Wir Månner wiffen uns allenfalls auf eine oder die andere Art zu belfen: aber wie kommen die Frauenzimmer zurecht, welche von der Mode in enge Kleider gewåmst werden, die der freyen Armbewegung nach dem Rüfen selbst im Cabis net oder Boudoir ro ftrenge Geseze vorschreiben? Schon reit langer Zeit geniessen die Engländerinnen den Vors theil in den Låden, wo Elfenbein und fnócerne Wad. ren verkauft werden, ein kleines Håndchen an einem Stabe zu finden, welches fich fehr bequem hinten in den Naken steken låßt, wo es zur größten Genugthuung frauet oder frazt. Diese Kraubåndchen werden jeft febr niedlich gemacht, und find von verschiedener Güte zu haben. Da die Engländerinnen gewöhnlicherweise wegen ihren nahrhaften Fleischspeisen und starfen Ges trånfen voublútig und in reiferen Jahren öfter zu scors butischen Ausschlägen geneigt find, so wird man fins den, daß diese Möbel des Schlafcabinets, (denn über dessen Schwelle fommt fie schwerlich), ihnen nöthiger als den Weibern anderer Völfer ist.

Denjenigen Tabaksrauchern, welche der Saubers teit halber, porcelánene Köpfe den sogenannten meers schaumenen vorzuzichen pflegen, sind die von Wegds wood's Waare aus derselben Ursache und grösserer

Schönbeit wegen zu empfehlen. Bekanntlich ist das schönste Wedgewood bimmelblau mit erhabenen weissen Figuren. So find aud die neuen Tabaksköpfe. Das Stúf kostet fünf Schillinge. Ihre Dauerhaftigkeit ist feine geringe Tugend. Andere Kåden zu geschweigen, findet man fie bey Porter, Jvory and Hard Ware Turner Nro. 17. St. Martin's Court.

Junge Londner Frauenzimmer, welche lieber ihr Haar als die modischen Perúken tragen, befestigen den Zopf auf den Scheitel init einem Kamm, der mit einer Reihe falscher Steine oder falscher Pers len besezt ist. Die Steine solcher Kämme find ro wohl geschliffen, daß fie gegen nufbraunes oder schwarzes Haar vortrefich abstechen, und eine der geschmatrouften Verzierungen sind, die man für schlichtes und unbes diftes Saar baben kann. Das Stůt fostet eine bis jwey Guineen.

Das neueste Muster für Scubichnallen der Manns, personen ist ein spizwinflichter Triangel. Die Galas thuhe haben ein langeres Oberleder als bisher.

Da wo die schönen englischen Bouteillen aus weißsem Glare eingeführt sind, fennt man auch die Unters fáze (decanter-stands) aus rothem Saffian, theils mit, theils ohne filberplattirte Rånder. Allein wie schon dice IIntersáze auch find, so erfordern sie doch mehr Sorgfalt, als man an einem Trinftische gemei. niglid beobachten kann. Deswegen hat man dafür unlängst papierne eingeführt, welche wie die papiers nen Dosen einen feinen Laf und eine schöne Politur annchmen. Weintropfen ichaden ihnen nicht; man faun sie leicht reinigen, und fic find von langer Dauer. Man kann sie in allen groffen Glaslåden unter dem Mahmen japanned decanter - stands haben.

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