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werden, mit denen nicht jede Hausjungfer oder Sauss frau geschikt umzugeben weiß, fo blicben viele lieber bey der alten Art, die ihnen geläufig war. Jejt hat man eine Dinte zum 3 eich nen des Weißze us ges erfunden, die sich eben so, wie gemeine Schreibes dinte, gebrauchen läßt. Die Schwarze dieses Liquidi ist, wie der Erfinder sagt, unverlöschbar; das Was fchen und alle Säuren und Alfalien fónnen ihr nichts anhaben ; ja wenn man Leinwand, wie sie eben aus dem Weberstuhle fommt, damit zeichnet, fo fann fein Bleichen diese Dinte vertilgen. Inwiefern ein einges zeichneter Name die Entwendung der Wäiche Serbins dern fann, ist diese Dinte wegen ihrer Dauer vorzúgá' lich gut. Die gemeine Flasche fostet 2 Schillinge ; grossere Flaschen 3$, 6d. Eine Flasche ist für viele hundert Stufe Weißzeug hinreichend.

Unter die seidenen Bånder, welche dieren Winter aufgefommen sind, geboren die blaugerippten mit gels ben Querstreifen, sie sind schmal, und werden an Hús ten und Bonnets getragen.

Nach dem Muster des sehr bekannten schottischen Zeuges Tartan oder Plaid find für diesen Winter vortrefliche Reidne Tücher und seidene Bonnets gemacht worden, die stark getragen werden. Eine andre Art von Plaid, die man jezt ebenfalls håufig trågt, hat cinen Ponceau - Grund mit breiten blauen Streifen, und übertrift an Pracht beynahe den ersteren, welcher einen grünen Grund mit rothen und blauen Streifen bar.

Die Londner Kürschner haben für den Winter Das menschuhe zu verkaufen, deren Blofies Ansehen einen schon erwårmt. Sic find aus Corduan und Saffian, mit feinem Petzwerk gefüttert, und unten auf den Sos

len mit Sechundfell besegt, welches nicht nur ihre Warme vermehrt, sondern anch den Tritt leiser macht. Man bedient sich ihrer blos zum Ausfahren und im Hause, wenn man nicht angezogen ist; sie vertreten die Stelle der Filzschuhe, seben weit netter aus, als diese, und kosten nicht mehr als fünf Schillinge.

Die Erfindsamfeit der Londner Handwerker wird mit Recht von Ausländern bewundert; fast jeder zehnte Ladenhåndler, wenn er nicht blos mit Fabrikaten aus den Manufacturstådten handelt, hat eine eigene Vers beferung in seinem Fache auf die Bahn gebracht. Aber wie würde man dies erfahren? Es ist wahr, man låßt dann und wann seine Erfindung wieder in den Zeis tungen bekannt machen, man erhålt ein Patent dafür, die periodischen Schriften sprechen davon, u. f. w. Aber der Eindrufe dieser Art find so viele in London, daß man das erstaunliche Detail der sogenannten Im, provements größtentheils vergessen würde, wenn es nicht ein besondres Mittel gåbe, dem Vorübergehenden zwekmåßig zu verfündigen, daß der Besizer diejos Ges wölbes ein oder mehr Patente für besondre Gegenstånde erhalten habe. Dies ist der Kupferstich. Dat ein Wagenbauer eine bequemere Deichsel, eine Springs feder zc. erfunden, so hångt die Abbildung der erfunda nen Sache im Eingange des Hauses unter Glas und in Nahme gefaßt; der Erfinder eines vorzüglichen Feuers rosts that dasselbe; ja es giebt wenige der Profcffionis ften, die es unterlieffen. Auch pflegt man die Hülfe des Kupferstechers zu brauchen, wenn ein neues Geråth von besondrer Nůžlichkeit erfunden ist, das man blos vom Verfertiger in Commission hat, z. B. sieht man icft in mehreren Låden die neulich von uns erwähnten Telescops Röstegabeln auf diese ürt abgebildet. Die

intoften dieses allgemein eingeführten Verfahrens wers den vielfach durch den Absaj vergütet, indem jeder Kaufuftige mit einem Blife die Natur der Patenter: findung uberschauen fan, dahingegen er zu einer bloss sen Beschreibung Einbildungskraft, Beurtheilung, Kenntnis der Kunstausdrufe und Gedult bringen můfs te, um sie zu verstehen ; auch fehlt es in einer so grossen Stadt an Zeit und Lust lange Zettel durchzu: lesen, während man durch die Strassen geht.. Deuts sche Kaufleute und Fabricanten, welche auf den Meia sen diese Gewohnheit nachaben wollten, wurden baid die Wohlthat davon in einem ausgebreiteten Vertriebe finden, und die Kosten für Avertissementer gróftens theils ersparen können. Man wende dies 3. B. auf die berühmte musipische Stúffabrit der Herren Catel und Höler in Berlin an.

In den Silberlåden fieht man iezt eine Art von filbernen oder plattirten Caffeefannen von großer Schönheit; sie sind cancelirt und gleichen in Form den befannten bronzirten Caffeekannen, nähern sich aber mehr einem Duale. Die neueste Form der Theeur's nen, sie seyen nun aus Gold oder Silber; plattirt, bronzirt oder pontypool ; bleibt bis jest noch „das Faf;" allein die Globe oder ganz runden Urnen, welche schon seit zwey Fahren Mode sind, empfehlen lich so sehr durch ihre schönen Verhåltnisse, daß fie viel allgemeiner gefallen als die ersteren.

Ein sehr schöner, dauerhafter und billiger Artis fel sind die neuen Nachtmúzen aus rothem túrfischen Garne (oder aus einer tåuschenden Nachahmung ders relben) mit weissem Aufschlage. Diejenigen, welche Perufen zu tragen gewohnt sind, und dieselben im Kaufe gegen allerlev Múzen von Sammt oder Baum:

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wode zu vertauschen piegen, werden diese Mügen in allem Betracht sehr gut finden. Das Roth ist vors güglich schön, schmuzt nicht leicht, sticht wobl mit der weifen Klappe ab, und läßt fich leicht waschen. Sie find bey jedem hosier zu haben; aber um frs rung zu vermeiden, führen wir ein bestimmtes Haus an: Robertshaw, hosiery manufacturer and glover No, 100. Oxfordstreet

Kein Zeug ist im Herbste und zu Anfange dieses Winters unter den Damen so sehr in Aufnahme ges kommen, als der feine englische Nanking von hochgel, ber, reicher und dauerhafter Farbe. Jede Londres rin, welche die weissen Anzuge zu kostbar findet ; wählt dieses schöne Zeug ; und die Bonnets find ichon reit sechs Monaten fast bros aus diesem Zeuge für den Salbanjug des Morgens gemacht worden. Das Waschen macht diesen Zeug noch schöner, welcher überhaupt einer der vollkommensten ist, den die eng: lischen Manufacturen je auf den europäischen Martt gebracht haben. Die Tracht ist nicht brillant, aber gefällt durch die Simplicitåt und Nettigkeit, welche ein unverdorbner Geschmat allem schreyenden Puje vorzieht.

In den Strumpnåden findet man einen herrlichen neuen Winterartikel, die sogenannten Angolahose; diese Strúinpfe balten den Fuß ungemein warm, und baben das Gute, daß fie beym Waschen nicht zusams men schrumpfen.

Noch schöner sind die neuen getigerten Winters handschuh, welche ebenfalls den Namen Angola tras gen. Ohne zu untersuchen, ob fie ihn in der That verdienen, fann man zuversichtlich sagen, daß sie uns ter die bessern Bandschuhe gehören, fest anschliessen und von einer wodůstigen Weichheit sind.

Diejenigen, welche ihre Füsse warm balten mufe ren, und doch die wollenen Strümpfe, des Jufens wegen, an den Beinen nicht erleiden fónnen, finden in den neuesten Sofen aus schortländischem Pelzwert odcr fleecy hosiery, alles was fie in diesem Falle wünschen fönnen. Man macht diese Sofen jeft dicta ter und vorzüglicher als bisher, weswegen sie auch eto was theurer find.

Ein neuer Artikel des Lurus ist der filberne Sals latlöffel, den ein erfinderischer Goldschmidt aufges bracht hat. Es ist eigentlich eine Gabel mit fünf bis sechs Zafen, welche die Grosse eines grossen Sups penloffels hat; auf die Gabel paßt eine gleichgrosse Klappe, welche den mit der Gabel aufgenommenen Salat fest bålt. Dieser Löffel fostet vier Pfund, adit Schilling ; man kann ihn bey Elliot, Goldsmith Ieweller and Cuttler No. 119. Oxfordstreet haben.

Der Fisch wird auf den guten englischen Tafeln mit einer besondern Art von silberner Kelle vorgelegt, welche fish trowel oder fish knife heißt, diefer bat man jezt auch eine Klappe gegeben, die den Vortheil gewährt, daß jedes aufgenommene Stüt Fisch fester gehalten wird, und bequemer aus der Schüssel auf den Teller gelegt werden kann. Preis vier Guineen bey demselben.

Die Londner Hutgewölbe haben jezt alle eine dens derung gemacht, welche sie mehr hervorhebt. Die Hüte hången bekanntlich in London auf megingnen Stangen hinter dem Ladenfenster ; hinter den Hüten haben sie nun Wände von gelben Leinwand angebracht, und auch die inwendige Seiten der Fenster gelb anges strichen; auf diese Art bekommt fo zu sagen jeder Hut kine Haltung ; man unterscheidet genau seine Form,

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