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Neue Bücher. History of the rebellion in Ireland, in the year 1-798 &c. containing an impartial account of the proceedings of the Irish revolutionists, from the year 1782 till the suppression of the rebellion. by the revd. J. Gordon. London, Hurst. 1801. 8. Prcis 8 Schil. Der Verfasser ist ein Geistlicher in Friand, und hat fünf und zwanzig Jahre in Wey. ford gewohnt. Man sieht auf jedein Blatte dieser in, teressanten Geschichte, daß er die besten Quellen vor fich hatte. Seine Erzählung ist zusammenhängend, und in einem guten edlen Styl geschrieben. Er scheint fich strenge Unpartheylichkeit zum Geseze gemacht zu haben. Deswegen findet man die Fehler der englia schen Minister, die Inconsequenzen der militärischen Befehlshaber, und die Grausamkeiten der Soldaten eben so aufgedeft als die Wuth, Barbarey und Ver. blendung der Rebellen. Der Verfaffer theilt eine Menge Papiere und Flugblåtter (hand-bills) mit, welde zur Zeit der Rebellion grosse Wirkung bervor, brachten, und mithin für die Geschichte der Frlandia den Rebellion sehr wichtig sind. Man findet hier vicle bekannte Vorfälle in ein ganz neues Licht geftcüt. Herr Gordon beweißt fich durchaus als einen wohluna terrichteten Mann, der zugleich die gehörige Kälte bez fijt, jedes Factum ruhig zu würdigen.

Belinda. By Maria Edgeworth. In three von lumes. London. Johnson. Die Verfasserin ist auch in Deutichland durch ihr Werk über die Erzichung berühmt. Der gegenwärtige Roman entfpricht völlig den Eripaxtungen, die nun ihr Name crregt. Seit mebreren Jahren ist in diesem Fache nichts fo gutes erschienen. Die grosse Welt, besonders in London,

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tít bier mit den (ebhaftesten Farben geschildert. Kodo Delacour, Belinda, Herwey .c. foffen das gröfte Ins tereffe ein, und der erstern Character ist besonders ganz nach der Natur gejcichnet. Den ersten und jwenten Band kann man beynahe nicht aus der Hand legen; allerdings bleibt der lezte etwas zurüf. Aber im Ganzen wird das Wert allen denen, die solche Bücher nicht unter ihrer Notis balten, viel Genuga thuung verschaffen; der Dialog ist fast durchaus meis fterbaft; die Charactere wohl gehalten; die Situation nen äusserst interessant; und die Erfindung des ganzen bat weit mehr Ansprüche auf Originalitat als Búa cher dieser Art insgemein haben.

Kleine Anecdoten. Zu Marfet Drayton in Shropshire ereignete fico ein poffirlicher Vorfatt. Man stellt: Rolla's Tod oder den Pizarro vor. Während des Hochgesangs an die Sonne, waren die Lichter diesem prachtvollen Gestira To nahe gerezt, daß es unglüflicherweise Feuer fieng, Der Theater, Director, welcher den hohen Sonnen, Priester machte, bemerkte den Unsern, gerade als er die Worte „O böchste Macht" gesungen hatte, und rief dem Bühnenordner zu, die Sonne brennt Er rang dann wieder fort „0 bodite Macht" lófcht die Sonne sag ich, aber die Sonne loderte ima mer fort, und der Director rang und Auchte wechsi! sa weife, bis die Zutörer tro; ihrer Besorgniß vor Las chen vergicngen. Endlich aber wurde die Sonne auss gelöscht, und das Stůt zu Ende gespielt.

In Kingsten wurde eine Frau, von der man schon lange wußte, daß fie ein borer Drache rem, wes gen ihres gånfischen Wesens gerichtlich angegeben.

Man überführte sie, und. Ple wurde vcrurtheilt, die dort berfommliche Strafe des Untertauchens zu empfangen. Es befindet sich in Kingston ein cigener Stuhl zu dica rem 3wete, und sie wurde von den Gerichtsdienern auf denselben fizend in die Themse getaucht. Als fie vom Ufer zurúffam, begegnete ihr eine Betannte. Recht als ob fie die Gerechtigteit ihrer Strafe håtte beweisen wollen, fiel sie ohne alle Veranlassung mit Zunge, Zahn und Någeln über diese ber, und würde fich unfebibar einer zweyten Strafe schuldig gemacht baben, ehe sie noch von der ersten trofen war, håtten die Gerichtsdiener sich nicht ins Mittel geschlagen.

Eine Magd, die in St. Marting Hofe diente, wollte ausgeben. Nicht weit vom Bause trat fie una glúflicherweise auf eine Orangenschale, glitt aus, und fiel so unauffattsam vorwärts, daß fie durch die Feno fter cinet Ladens brach. Das Glas derselben veriyun, deten ihren Hrm auf cine entrezliche Urt, und fic fiellte ein sehr trauriges Schauspiel dar, po, daß man ihr empfabl, fich den Arm abnehmen zu lassen. Für diesen Gedanken schauderte sie. Die Folgen waren nun die gewöhnlichen. Ein talter Brand brachte sie bald ums Leben.

Spence, ein gewesener Sånftenträger in Paistev, welcher ieft Fufreisen um die Wette macht, verband fich für eine ansehnliche Wette in acht Stunden von Glasgow nach Edinburg, welches 42 englische, oder volle Ricben deutsche Meilen ist, zu geben. Er legte diese Entfernung ohne alle Muhe in fieben Stunden und zwanzig Minuten zurút. Als er nach Edinburg fam, crbot er sich, noch rechs Meilen weiter bis nach Mufelburgh zu gehen, bevor die acht Stunde gang perpojen seyn würde. Die Wetten, welche boy dicser:

Gelegenheit gemacht waren, beliefen sich über tausend Guineen.

Auf der englischen Niederlaffung St. Helena wurs den zwey Sclaven bingerichtet, weil sie zwcy Leute ermordet, und verschiedne andere in cinem wütbinis den Anfalle, den fie running a muck nennen, verwundet hatten. Wenn diese verblendeten Unglüflichen wirklich oder vermeintlich beleidiget sind, und Rache dafür nehmen wollen, so erbigen sie ihre Leideníchafs ten durch starke Getränke bis zum Wahnsinn, bewars nen sich mit einem Malayer - Dolche, laufen furch die volfreichsten Strafen, und stechen ohne Unters fchied auf jeden zu, den fie finden. Vordem pf te dies eben so oft in St. Helena zu geschchen, als 66 jezt noch in Sumatra vorfáut, aber das erwähnte Beys spiel ist nach dem Ablaufe vicler Jahre das erste.

In der fast immer sebr vollen Garie Fleetstreet geriethen ein Kohlenbeber und ein Mithfutider hart an cinander, weil feiner dem Fuhrwerfe des anderen Plaz machen wollte. Der, welchen der Miethfutscher fuhr, hielt dafür, daß der Kohlenbeber zu grob wire, und rieth dem Kutcher, ihn brav abzuboren. Seyde entfleideten sich sofort, und schlugen zwanzig Minuten auf einander 108; der ücrr war Secundant des Kuts schers, welcher seinen Gegner, zur Freude allir Yn. wcsenden, arg zudefte. Zur Belohnung gab der Herr Dem Kutcher cine Guinec.

En Chester starb im April cin gewifier Christoph Lome, als er 9e Jabr alt war. Er hatte vicle Jahre lang die Schauspiel - Zettel dos dortigen Theaters ausgetheilt. Ecin Geburtsort war Preston. As cr 15 Jahr alt war, befiel ihn ein heftiges Fieber, wo: ran er dem Anscheine nad starb. Man behandelte

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