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teppiche geben einen wohlfeilen, geschmackvollen und dauerhaften Aufpuß in den Zimmern ab. Bei den Mia neralien findet das land sowohl durch den Handel als durch Verarbeitung derselben seine gute Rechnung. Die Cijengießereyen in Carron und andern Orten weichen keis nen' in Großbritannien. Die Ausbeute der Blevgruben in fanårkshire ist beträchtlich ; der Kohlenhandel ist ausges breitet; und seit kurzem hat man auch aus dem schottia schen Granit durch die Ausfuhr desselben zum Straßens pflastern in London und andern englischen Städten Vora theil gezogen. Der Baumwollenhandel hat jezt, besons ders in den westlichen Gegenden, den Platz der Leinwand eingenommen und beschäftiget viele tausend Hande. Ues berhaupt giebt es wenig oder gar keine in England úblia che Gewerbe und Manufacturen, die man nicht auch in Schottland Håtte, und etliche Zweige erreicien hier eine größere Bollkommenheit als in England, besonders das sogenannte Steingut, Porzelan, Glas, Zucker, Pas pier u. s. w. Vor den drůckenden Gesetzen zu Gunsten der großen Brannteweinbrennereyen brannte man sehr viel Branntwein und die Regierung zog große Gefälle das von. Aus der statistischen Nachricht von Sdottlaid erhellt, daß Branntewein in folgender Menge gebrannt und veracciset werde, ohne den heimlich gebrannten und den aus Holland verstohlen eingeführt in Anschlag zu bringen. 1708

50,844 1760

145,460 Branntwein

Gallons 1784

268,503 1791

1,696,000 1763 trug die schot

trug die schot ( 130,000 Pf. St, 1790 tische Accise ein 500,000

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Zur Zeit der Union gab es gar keine Štempestare fn Schottland, 1793 belief sie sich auf 90,000 Pf. St. des Fahres. 1763 waren 396 Wagen mit vier Rådern und 462 mit zwen Rädern angegeben, um verzollt zu werden: 1790 aber 1427 mit vier Rådern und 643 mitt zweven. Es wird dennoch nur wenige Jahre erfordern, um den Sce- und Landhandel von Schottland zu der Stetigkeit des Englischen zu erhöhen. Es ist ein gross fer Nachtheil für Schottland und eins der Hauptübel der Union mit England, daß der Adel und die Landeia genthümer nach London reifen und dort die Renten ihrer (chottischen Güter verzehren; das Geld wird auf diese Weise aus dem Lande gezogen. Der Handel, der Fisch, fang und die Manufacturen sind durch ein Gesez, das 1727 gemacht wurde, sehr befördert worden. Kraft deffen wurden Bevollmåchtigte ernannt, welche gewiße zur Aufmunterung des Handels uc. bestimmte Summen austheilen. Es sind ihrer Ein und zwanzig, welche jahrlich über viertausend Pfund Sterling nach einer ihnen gutdůnkenden und zweckmäßigen Art in Prämien ausspenden. Diese werden erstlich denen gereicht, wel: che die besten Proben der schottischen Manufactur auf: weisen können, und zweytens denen, welche die grote Menge schottischen Flachs, Leinsamen u. 1. w. anbauen. Sie haben Stämpelmeister in jeder betrachtlichen Stadt und in jedem ansehnlichen Dorfe angestellt, um über die Güte der Leinwandmanufactur zu richten und ihre Stämpel aufzudrücken, ohne welche die feinwand nicht für vollhaltig angesehen wird.

Addison und Steele. Der außerordentliche Beyfall, welchen die Walpos liana fanden, veranlaßten den Verleger, R. Philipps,

auf ähnliche Denkwürdigkeiten abgemein berühmter Brits ten zu denken. Diesem Entwurfe zufolge erschienen mit Unfang des lezten Octobers die Addisoniana in zwey kleinen Octavbånden, niedlich gedruckt, mit Kupfern und Schriftproben oder facsimile's, welche in England jo beliebt sind. Gleicy den Memoires von Walpole find fie eine Art von literarischem Nachtische, der desto höhes ren Genuß gewährt, da Addison's Schriften fast vom Anfang bis zu Ende für jedes Zeitalter interessant find, und in England, wie man weiß, ihren Rang gleich nach dem vergøtterten Shakespeare einnehmen. Wer des Englischen mächtig ist, wird dem unsterblichen Spectator gewis jeitlebens neben den Lieblingsschriften seiner Hands bibliothek eine Stelle einråumen. Auch in der meisters haften Uebersetzung des Hrn. Bibliothekar Benzler, der einen reichhaltigen Auszug aus dem englischen Zus dauer gegeben hat, schåzt man Addison in Deutschs land seit mehrern Jahren als einen der eindringlichsten und angenehmsten Sittenlehrer; und die vorliegenden Båndchen werden Stellenweise (denn der gröfte Theil des Buchs ist blos für Britten interessant) auch den Ausländer ungemein anziehen. Man findet hier theils ganz neue Angaben aus einer groffen Menge von Hands ichriften und Briefschaften, theils eine mühsame Zusams menstellung des Hierhergehörigen aus mehr als tausend gedructen Büchern, die der Sammler nachschlug. Zur Probe heben wir einige abgerissene Bemerkungen aus, die sich leidt wählen lassen, da das Buch schon seiner Einrichtung nach ein Allerley ist.

Das englische Miß hatte zu Ende des 17. und zu Anfange des 18. Jahrhunderts nicht die jeßige Bedeus tung, sondern entstand erst aus einer Zujammenziehung pon Mistreß, und scheint um das Jahr 1709, wo der

Tatler erschien, blos Kindern und leichtsinnigen Måds dien bevgelegt worden zu seyn: baber man sich erklären kann, warum in den damaligen Schriften die erwach fene Måddyen Mistreß heißen.

Der englische Zuschauer liest sich sehr leicht und ans genehm; allein man glaube nicht, daß es eine mühes lose Arbeit war, ihn zu schreiben. Addison hatte sich dazu durch eine Sammlung von Stoff vorbereitet, die aus drew Folianten bestand. - Der bescheidene Addis son wurde von einer Dame beschuldiget, daß er in der Unterhaltung so dåmisch und schwerfällig sey. 1Mas dam, antwortete er mit großer Würde, ich habe zwar nur neun Pence in meiner Tasche, allein ich kann von meinem Banquier tausend Pfund beziehen. — 34 Ads disons Zeit gab es einen Måcen, der seiner Laune ein fonderbares Opfer brachte. So oft er Gelehrte einlud, wieß er ihnen ben der Tafel nach Maßgabe der Große und Dide ihrer Schriften eine Stelle an. Ganz oben faß der, welcher Bücher in groß Folio geschrieben hats te, darauf folgten die Båter der Quartanten, Octava bånde u. 1. w. Addison nuzte diesen Umstand in No. 529. des Zuschauer nach seiner glücklichen Manier.

Sir Richard Steele, so berühint als Hauptverfass ser des Schmåtzers und als Mitarbeiter am Zuschauer, war bekanntlich Addisons vertrauter Freund. Man wird daher folgenden Umstand lustig finden. Steele ließ fich ben Hampton-wick nicht weit vom Pallaste ein schones Haus bauen, welches er humoristisch the hovel (die Hütte) nannte. Allein war es eitle Glanzsucht oder zu große Frengebigkeit, er mußte bald darauf taus fend Pfund Sterl, von Addison borgen, dem er dafür eine Verschreibung auf sein Haus sammt allen Gerda then gab, dafern das Geld nid)t binnen Jahr und Lag

erstattet wurde. Der Termin erschien : aber keine taus send Pfund. Addison's Advocat schickte eine Erecution in Steele's Haus und ließ es sammt den Geråthen vers steigern. Was nach Abzug der Schuld übrig blieb, wurde Steelen zugestellt. Addison schrieb ihm zu gleicher Zeit sehr freundschaftlid), dieses sonderbare Verfahren habe seinen Grund in dem Wunsche, ihn wo möglich aus einer gånzlichen Sorglosigkeit zu reißen, die ihn zus lezt unfehlbar ins Verderben stürzen würde. Steele laß den Brief mit seiner unverånderlichen guten faune und Munterkeit, und sezte den Umgang mit Addison, wie gewöhnlich, fort.

Addison war åußerst schwierig in der Wahl feiner Worte, und überhaupt in dem Bau seiner Perioden: dagegen war sein Freund und Mitarbeiter Steele in dems selben Grade nachlaßig und gleichgültig. Nichard Nutt, einer von den ersten Druckern des Schwätzers, erinnerte sich, daß oft mitten im Seken eingehalten werden mußte, weil Addison (er war es jedoch nicht immer) neue Pråpositionen oder Conjunctionen einzuschalten hatte: oft mußte man auch aufhören, weil es an Manuscript fehlte. In solchen Fällen hatte der Drucker und Berles ger oft große Nothy, den Steele ausfindig zu machen, der ihm nicht selten das Mangelnde gab, welches er in einem Zimmer neben der Druckeroffizin eilig niederschrieb. Nutt machte eine Nummer des Zuschauers nahmhaft, die er Steelen um Mitternacht und im Bette ganz in der Hast schreiben sah, während er dabei saß und wars tete, um es in die Officin zu tragen.

Voltaire hatte eine hohe Meynung von Addisons Schreibart. Martin Sherlock besuchte diesen berühma ten Mann eines Morgens in Fernen. Man sprach von den englischen Schriftstellern, Voltaire sagte, seines

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