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besucht; 1,334 hatten ein Gymnasium besucht; 177 waren an einer Hochschule eingeschrieben. SPEZIELLES ÜBER DAS LANDWIRTSCHAFTLICHE UNTERRICHTSWESEN.

Die Schweiz zählte im Jahre 1910, 3,753,293 Einwohner von welchen sich 1,040,087 in der Urproduktion (Landwirtschaft, Viehzucht, Gartenbau, Forstwirtschaft, Bergbau) betätigten. Im Jahre 1920 betrug die Wohnbevölkerung 3,880,320 Köpfe, wovon rund eine Million Personen in der Landwirtschaft tätig sein mögen. Auf diese Volkszahl entfallen:

a. Theoretisch-praktische Ackerbauschulen mit2jährigem Unterrichtsgang welcher sich auf Mitarbeit in einem der Schule gehörenden Gutsbetrieb stützt.

Strickhof, Zürich.
Rütti, Bern
Ecône, Wallis
Cernier, Neuchâtel.

Schülerzahl im Jahre 1921.

77 66 35 45

223 b. Landwirtschaftliche Winterschulen. Bei diesen ist der Lehrgang vorwiegend theoretisch und wird in zwei aufeinanderfolgenden Winterhalbjahreskursen (November bis Ende März) abgewickelt. Die Schüler stammen alle aus Bauerngütern und kennen die praktischen Arbeiten aus Erfahrung.

Zahl der landwirtschaftlichen Winterschulen im Jahre 1921. 27
Schülerzahl der landwirtschaftlichen Winterschulen im Jahre
1921 ..

1, 780 c. Gartenbauschulen zur Ausbildung von Gärtnern. Im Jahre 1921 bestanden zwei solcher Schulen (Oeschberg und Châtelaine) die von 61 Schülern besucht waren. Lehrgang ähnlich wie bei den landwirt. schaftlichen Schulen.

d. Molkereischulen und Alpwirtschaftsschulen. Die Molkereischulen verlangen, das die Schüler beim Eintritt schon mindestens zwei Jahre in einer Käserei oder Molkerei praktisch tätig gewesen seien. Der Lehrgang ist einjährig zur allseitigen Ausbildung im Molkereiwesen, insbesondere betreffend die Milch- und Productenuntersuchung und Betriebskontrolle, ferner werden Halbjahreskurse durchgeführt für Teilnehmer welche schon längere Zeit in Käsereien tätig gewesen sind.

Die Alpwirtschaftsschule hat ein Lehrprogramm für Weidebetrieb und Milch verarbeitung auf den Alpen. Es bestanden im Jahre 1921:

Schülerzahl.
Molkereischule Rütti-Zollikofen, Bern.

57
Molkereischule Perolles, Fribourg-
Molkereischule Moudon, Vaud...

32 22

Gesamte Molkereischulen.

111

Alpwirtschaftsschule Brienz...

30 Die Einrichtung und der Betrieb aller dieser Bildungsstätten stützen sich auf das Bundesgesetz betreffend die Förderung der Landwirtshaft vom Jahre 1893. Nach demselben übernimmt der Bund (die Landesregierung) je 50 Prozent der Auslagen der Kantone für das milch- und landwirtschaftliche Unterrichtswesen. In Betracht kommen somit nur die Ausgaben für Lehrkräfte und Lehrmittel.

Alle Schulen sind mit Internat für die Unterbringung und Verpflegung der Schüler ausgestattet. Der Unterricht ist unentgeltfich, die Schüler haben aber für Kost und Unterkunft je für 6 Monate 350 bis 400 Franken zu entrichten. Die Arbeit, welche die Schüler in der Gutswirtschaft, beziehungsweise Lehrmolkerei leisten, wird nicht vergütet.

Die Lehrer der landwirtschaftlichen Schulen betätigen sich auch an kurzfristigen Kursen (ein bis mehrere Tage) in der Praxis, ferner halten sie Vorträge in den Versammlungen der landwirtschaftlichen Vereine. Auch für diese Veranstaltungen entrichtet der Bund Beiträge. Im Ganzen hat der Bund Beiträge von 50 Prozent bezahlt im Jahre 1921: Für die landwirtschaftlichen Schulen und Molkereischulen.--- Fr. 580, 542. 94 Für Kurse und Vorträge--

77, 169. 02 DIE LANDWIRTSCHAFTLICHE ABTEILUNG AN DER EIDGENOSSENSCHAFT

LICHEN, TECHNISCHEN HOCHSCHULE. Diese Abteilung wurde im Jahre 1871 eingerichtet und hatte in den ersten Jahren eine bescheidene Frequenz. Das Studium stützt sich auf die Vorbildung, wie sie an einem Gymnasium oder an einer Realschule mit nachfolgender landwirtschaftlicher Mittelschule erworben werden kann. Praktische Vorbildung in der Landwirtschaft oder im Molkereiwesen ist unerlässlich. Der Lehrgang umfasste bis zum Jahre 1911 fünf Semester, seither sechs Semester und schliesst mit der Prüfung zur Erlangung des Diploms als Landwirt E. T. H. Der Lehrgang ist systematisch: in den ersten Semestern erfolgt die Ausbildung in den Naturwissenschaften und in der Mathematik; in den späteren Semestern in den Fachwissenschaften. Molkereitechniker können das Diplom als “Landwirt Richtung Molkereitechnik” erlangen.

Die eidgenossenschaftliche technische Hochschule verleiht auch den Grad “Doktor der technischen Wissenschaften” welcher auch an der landwirtschaftlichen Abteilung erworben werden kann. Gegenwärtig sind an der landwirtschaftlichen Abteilung, 141 Studierende eingeschrieben.

Die diplomierten Landwirte betätigen sich nachher als praktische Landwirte, als Lehrer an den landwirtschaftlichen Schulen oder im Dienste der öffentlichen Verwaltung. Das schweizerische Parlament zählt gegenwärtig 10 diplomierte Landwirte E. T. H. zu seinen Mitgliedern. DIE LANDWIRTSCHAFTLICHE VERSUCHS- UND UNTERSUCHUNGS

ANSTALTEN. Diese sind Sache des Bundes (Landesregierung). Folgendes Verzeichnis orientiert über Namen und Aufwendungen im Jahre 1921:

Ausgaben

im Jahre 1921. Die Zentralverwaltung und Gutswirtschaft Liebefeld.

Fr. 178, 556. 21 Die landwirtschaftliche Versuchsanstalt Oerlikon..

302, 614. 88 Die agrikulturchemische Anstalt Liebefeld..

208, 448.83 Die agrikulturchemische Anstalt Lausanne

67, 678. 64 Die Samenuntersuchungs- und Versuchsanstalt Lausanne..

92, 357. 06 Die milchwirtschaftliche und bakteriologische Anstalt in Liebe

feld-Bern ---

149, 910. 45

Zusammen.

999, 666, OT

Neben diesen Versuchsanstalten allgemein landwirtschaftlicher und milchwirtschaftlicher Richtung bestehen noch zwei besondere Versuchsanstalten, nämlich in Wädensweil für Obst- Wein- und Gartenbau und in Lausanne für Weinbau.

Besonders zu erwähnen sind hier die Arbeiten der milchwirtschaftlichen und bakteriologischen Versuchsanstalt in Liebefeld. Diese wurde im Jahre 1901 eröffnet und es wirkten an ihr die bekannten Forscher Dr. E. von Freudenreich und Dr. Orla-Jensen, jetzt Professor in Kopenhagen. Seit 1907 wird die Versuchsanstalt von Prof. Dr. R. Burri geleitet. Die Autorität Prof. Dr. Burri's in allen Fragen der land- und milchwirtschaftlichen Bakteriologie ist schon längst allgemein anerkannt worden, die bakteriologische Wissenschaft verdankt ihm auch ganz neue Verfahren, wie z. B., das Tuschepunktverfahren, die Burri'schen Röhren u. s. w. Die Erforschung der Milchfehler und der Vorgänge bei der normalen und fehlerhaften Käsereifung hat unter Burri's Leitung gewaltige Fortschritte gemacht, besonders da Burri es verstanden hat sich tüchtige Mitarbeiter, wie Dr. Kürsteiner, Dr. Koestler, Dr. Staub und Dr. Morgenthaler heranzuziehen. Der Tätigkeit des letzteren ist besonders auch eine erfolgreiche Erforschung der Bienenkrankheiten zu verdanken.

Die schweizerische Milchwirtschaft besitzt demnach in der milchwirtschaftlichen Versuchsanstalt Liebefeld eine Forschungsstätte von unschätzbarer Bedeutung und der Unterricht über Milchwirtschaft an den Molkereischulen konnte erst durch Verwendung der Forschungs- und Versuchsergebnisse dieser Anstalt auf eine sichere Grundlage gestellt werden.

Die Schweiz ist ein kleines Land, dem der Schöpfer nur die Gabe der Schönheit verliehen hat. Der Lebensunterhalt muss vom werktätigen Volke in fleissiger Arbeit dem vielgestalteten Boden abgewonnon werden. Damit wir mit den von der Natur reicher bedachten Ländern in Wettbewerb treten können, müssen wir vor allem eine tüchtige berufliche Ausbildung aller Bürger anstreben. Die zahlreichen Bildungsstätten, welche die Schweiz mit grossen Opfern unterhält, sollen aber nicht nur dem eignen Lande dienen, sondern auch eine allgemeine Kulturaufgabe erfüllen und für den Schweizernamen Ehre einlegen. Das sind die Gedanken, die Bundespräsident Motta am Milchwirtschaftlichen Weltkongress 1914 in Bern zum Ausdrucke brachte.

[Abstract. ]

THE EDUCATION OF FARMERS AND DAIRYMEN IN

SWITZERLAND.

ALBIN PETER, director of the dairy school, Rütti-Zollikofen, Switzerland. In my communication sent in German I have referred to statistics from secondary institutions in general and after that to the schools of agriculture and dairying.

Switzerland is one of the countries having compulsory primary education and in addition has a relatively high number of secondary schools, colleges, and gymnasia. Seven universities and a polytechnic school afford higher education.

There are four schools of agriculture (theoretical and practical) that train their students in two years and that in 1922 had 223 students enrolled. The winter schools of agriculture complete their programs in two courses of five months each. In 1922 these schools numbered 27, with a total enrollment of 1,780 students. The agricultural population of Switzerland consists of about a million people; in view of that fact, the attendance at the agricultural schools might be considered quite satisfactory. The three dairy schools have some 111 students. The higher education of agricultural engineers is undertaken at the national polytechnic school at Zürich; in 1922 the department of agriculture had 141 students. The diploma of agricultural engineer from this institution is given upon the completion of six semesters of work; these graduates make up the faculties of the agricultural schools and the cooperative agricultural classes. Others are active in public affairs; for example, the Swiss Parliament, at the present time, is composed of agricultural graduates.

The Government experiment stations and offices of control number five, not including the dairy and bacteriological station, which deserves special mention.

From this it may be seen how Switzerland provides for agricultural research and education.

Chairman PEARSON. Shall we have discussion of this paper at the present time? It occurs to your chairman that several subjects on the program are so nearly alike that you might prefer to continue with the program, hear the papers and then discuss them all together. We would like to act according to your own pleasure in the matter.

Shall we have discussion now on this paper which we have heard, or shall we proceed with the program?

(Upon motion duly made and seconded, it was voted to proceed with the regular program.)

Chairman PEARSON. The following three papers, we are informed, have been sent to the officers of the congress, but their authors are not expected to be present. If any author is present, will he kindly let us know: “Dairy instruction in Austria," by Dr. W. Winkler, professor, Agricultural College, Vienna; “Dairy instruction in Norway,” by Kr. Støren, professor of dairying, College of Agriculture, Aas, Norway;" Instruction in dairy science in the Agricultural College at Wageningen,” by Prof. B. van der Burg: professor of dairy science, Agricultural College at Wageningen, Holland.

The next paper we will have the pleasure of hearing is a paper on “ Organized effort to improve dairying in Czechoslovakia," by Dr. Jaroslav Kříženecký. I need not say that there has been outstanding organized effort to again regulate the affairs of those nations that were put in the worst condition by the war; we have seen it not in one country alone but in several European countries and notably in Czechoslovakia.

This paper was written by Doctor Kříženecký, chief of the division of animal biology of the Zootechnical Research Institute. By arrangement with the officers of the congress the paper will be read by Doctor Kuráž, secretary, Czechoslovak Legation, Washington, official representative of the Czechoslovak Government. [Applause.)

Dr. Kuráž. Mr. Chairman and gentlemen: The chairman has been kind enough to refer to me as a representative of the Czecho

slovak Government. Although I am now in the diplomatic service of the Czechoslovak Republic, I am one of the first graduates of the University of Agriculture at Prague, Czechoslovakia, and my work in Washington is chiefly in agriculture.

If I might be permitted to take this opportunity to add a word, I would like to say that in my official capacity I come in close personal contact with the United States Department of Agriculture. In my opinion, the United States Department of Agriculture is the greatest organization of its kind in the whole world. I think it should be named a United States Department of Service. I feel that this big organization which has done such wonderful work is the chief cause of the high standing of American agriculture.

The same applies to the agricultural experiment stations. Although I have not been fortunate enough to come in close personal contact with the scientific workers, I wish to tell you to-day that our scientific workers in the agricultural subjects keenly appreciate the splendid cooperation which they always receive through our legation from the scientific workers of the United States Department of Agriculture and the agricultural experiment stations.

In each letter which the legation receives I feel the same splendid spirit to help, and I would like to take this opportunity to express to you gentlemen, who represent the American agricultural science, not only my personal appreciation but especially the appreciation of our Ministry of Agriculture and of our whole Government.

I should like to have you know that I feel greatly honored to be permitted to present this paper of my good personal friend to you. If I am not mistaken, it is the first opportunity that anyone has had to present an agricultural paper from Czechoslovakia to a World's Dairy Congress.

(The paper of Doctor Kříženecký was then presented.) ORGANIZED EFFORT TO IMPROVE DAIRYING IN CZECHOSLO

VAKIA.

JAROSLAV KŘÍŽENECKÝ, D. Sc., in charge of the division of animal biology in the

Zootechnical Research Institute, Brno, Czechoslovakia.

The Republic of Czechoslovakia consists of five territorial units: The historical kingdom of Bohemia; the former Margraviate of Mo. ravia, and the former Duchy of Silesia, formerly parts of the Austrian Empire; and the territories of Slovakia and Carpathian Russia, formerly parts of Hungary. The diversity of political conditions, as developed in these countries in the past, produced certain marked differences in the general economy and culture of the several countries, and these differences were to be observed also in agriculture and in the animal industries and their development.

In the former Austrian Empire the three countries of Bohemia, Moravia, and Silesia held the first place as agricultural and likewise as cattle-raising states. Moravia was the home of the BernHanak race of cattle, known far beyond its frontiers, as well as of the Kravar breed, also domiciled in Silesia; in Bohemia, the acclimatized Simmental cattle predominated along the Bohemian Forest. and the mottled cattle of the Bern-Hanak race in the district of Litomysl. Other races, both domestic and foreign, were of secondary importance.

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