Die Suche nach dem Absoluten und das Finden des Masses

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Vandenhoeck & Ruprecht, 2001 - 439 pages
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Der erfahrene Psychoanalytiker Léon Wurmser findet in Philosophie und Literatur existenzielle menschliche Leiderfahrungen gespiegelt und entfaltet daraus Perspektiven der Heilung. Die Empfindung von gespaltener Wirklichkeit ist eine Grunderfahrung des Menschen. Das Durchleiden von innerer Zerrissenheit, seelischem Abgrund, Ausgeliefertsein, unlösbarem Konflikt, Schuldgefühlen, Gewalt ruft nach Erklärung und Heilung. Léon Wurmser geht diesen existenziellen Fragen nach und greift für seine Denk- und Interpretationsansätze zurück auf Philosophie, Literatur und die bilderreiche Mythologie. Immer wieder fokussiert er auf den inneren Konflikt des Menschen, der bereits in den Gestalten der griechischen Tragödie Ausdruck findet. In unserer westlichen Kultur reduziert sich die Welt auf Zeig- und Zählbares, auf Quantität. Der positivistisch orientierte Mensch hat den Einklang mit der Welt verloren; seine identitätsstiftenden kulturellen und historischen Bindungen sind gekappt. Léon Wurmser zeigt Wege aus dieser Sackgasse. Sein erweiternder Blickwinkel bietet einen überzeugenden Gegenentwurf des rechten Maßes. Hierin liegt auch die Basis psychoanalytischer Heilkraft.

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Contents

Dvärgen
218
menschlichen Wirklichkeit
246
Die Dinge sind nicht immer so wie
280
Der Roman als Enthüllung
286
Doppelheit als Stilelement
308
Die psychoanalytische Perspektive
327
Konflikt Spaltung und Gewissen
341
Bestimmte Arten der Verleugnung in der modernen
352

Der Schrei nach Gerechtigkeit
128
Das Phänomen des Tragischen in philosophischer
144
Die tragische Wahrheit und die Psychoanalyse
168
Das Tragische als Kampf zwischen Gerechtigkeit
181
Mein vergiftetes Blut Der Geist
198
Verblendung und tragische Wahrheit im Politischen
368
Der Zwiespalt von Verleugnung und Absolutsetzung
385
das Altertum lieben
406
Literatur
428
Copyright

Common terms and phrases

Popular passages

Page 82 - The weight of this sad time we must obey ; Speak what we feel, not what we ought to say. The oldest hath borne most : we, that are young, Shall never see so much, nor live so long.
Page 372 - An elective despotism was not the government we fought for; but one which should not only be founded on free principles, but in which the powers of government should be so divided and balanced among several bodies of magistracy, as that no one could transcend their legal limits without being effectually checked and restrained by the others.
Page 323 - Ordnung ! Jener einfachen Ordnung, die darin besteht, daß man sagen kann: , Als das geschehen war, hat sich jenes ereignet!' Es ist die einfache Reihenfolge, die Abbildung der überwältigenden Mannigfaltigkeit des Lebens in einer eindimensionalen, wie ein Mathematiker sagen würde, was uns beruhigt; die Aufreihung alles dessen, was in Raum und Zeit geschehen ist, auf einen Faden, eben jenen berühmten , Faden der Erzählung', aus dem nun also auch der Lebensfaden besteht. Wohl dem, der sagen kann...
Page 82 - What, in ill thoughts again ? Men must endure Their going hence, even as their coming hither : Ripeness is all : Come on.
Page 210 - tis in ourselves that we are thus or thus. Our bodies are gardens, to the which our wills are gardeners ; so that if we will plant nettles or sow lettuce, set hyssop and weed up thyme, supply it with one gender of herbs or distract it with many, either to have it sterile with idleness or manured with industry ; why, the power and corrigible authority of this lies in our wills.
Page 287 - Die Kunst besteht darin, daß man mit dem möglichst geringsten Aufwand von äußerem Leben das innere in die stärkste Bewegung bringe; denn das innere ist eigentlich der Gegenstand unseres Interesses. - Die Aufgabe des Romanschreibers ist nicht, große Vorfälle zu erzählen, sondern kleine interessant zu machen.
Page 42 - Was uns beschäftigt, ist nicht die bezifferbare Zeit. Es ist vielmehr ihre Aufhebung im Geheimnis der Vertauschung von Überlieferung und Prophezeiung, welche dem Worte „Einst" seinen Doppelsinn von Vergangenheit und Zukunft und damit seine Ladung potentieller Gegenwart verleiht.
Page 294 - The presence of a noble nature, generous in its wishes, ardent in its charity, changes the lights for us: we begin to see things again in their larger, quieter masses, and to believe that we too can be seen and judged in the wholeness of our character.
Page 144 - Denn der Geschichtsschreiber und der Dichter unterscheiden sich nicht dadurch, daß der eine Verse schreibt und der andere nicht (...); sie unterscheiden sich vielmehr darin, daß der eine erzählt, was geschehen ist, der andere, was geschehen könnte.